CEOI / IOI

Vorbemerkung: unter  Photos / Olympiaden findet Ihr Photos von diversen Informatikolympiaden. Außerdem könnt Ihr Berichte von der IOI 1999 (Autor: Dominik Schultes) und von der CEOI 2001 (von mir) lesen.

Die internationale Informatikolympiade (IOI) ist, wie der Name schon sagt, ein internationaler Programmierwettbewerb. Jedes Teilnehmerland darf ein Team zu maximal 4 Teilnehmern sowie einer Teamleitung zu 2 Personen (Team Leader und Deputy Team Leader) entsenden. Die Teilnehmer müssen im Jahr der IOI noch zur Schule gegangen sein und am Tag der Eröffnung ihr 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Die IOI dauert normalerweise etwa 7 Tage, darunter 2 Wettkampftage. Vor, nach und zwischen den Wettkampftagen gibt es jeweils einen Tag mit kulturellen oder sonstigen Aktivitäten. Die restlichen Tage sind der Anreisetag sowie der Tag der Siegerehrung und der Abreise.

An den beiden Wettkampftagen müssen die Teilnehmer am PC jeweils in 5 Stunden normalerweise 3 recht anspruchsvolle Programmieraufgaben lösen. Zu jeder Aufgabe gibt es eine Problemspezifikation sowie die Spezifikation der Ein- und Ausgabeformate samt den Limits für die Größen der verschiedenen Werte. Die Teilnehmer liefern dann für jedes Problem jeweils ein Programm ab (als Programmiersprache ist normalerweise C++ und Pascal erlaubt), das in der Lage sein muss, einen Testfall aus einer Eingabedatei zu lesen und die richtige Lösung innerhalb eines bestimmten Zeitlimits (normalerweise etwa 5 Sekunden) zu berechnen und in die Ausgabedatei zu schreiben.

Nach dem Ende der fünfstündigen Programmierphase werden die Programme der Teilnehmer mit geheimen Testdaten automatisch ausgewertet, d.h. ein Testprogramm setzt den Programmen etwa 10 geheime Testfälle pro Aufgabe vor und prüft, ob die Programme innerhalb des Zeitlimits die richtige Ausgabe erzeugen. Für jeden richtig und innerhalb des Zeitlimits beantworteten Testfall gibt es Punkte. Die IOI ist ein Individualwettbewerb, ein Teilnehmer kann also nicht von den Leistungen seiner Teamkameraden profitieren. Am Ende erhalten die nach Punkten besten Teilnehmer Medaillen, wobei das Verhältnis von Gold : Silber : Bronze : keine Medaille etwa 1 : 2 : 3 : 6 beträgt. Insgesamt gibt es also pro teilnehmendem Land etwa 2 Medaillen: 1/3 Goldmedaille, 2/3 Silbermedaillen und 1 Bronzemedaille.

In Deutschland setzen sich die IOI-Teilnehmer aus Endrundenteilnehmern des Bundeswettbewerbs Informatik und von Jugend forscht zusammen. Zu den Auswahlseminaren werden in der Regel ca. 12 Teilnehmer des BWInf und 3 von Jugend forscht eingeladen. Diese dürfen alle an den ersten beiden Auswahl- und Trainingslehrgängen teilnehmen. Am dritten und vierten Lehrgang (diese beiden Lehrgänge werden normalerweise zusammengelegt und finden im Schloss Dagstuhl statt) nehmen dann nur noch ca. 7-8 Teilnehmer teil. Nach dem letzten Auswahlseminar wird das vierköpfige Team für die IOI und CEOI ausgewählt.

Die CEOI ist die zentraleuropäische Informatikolympiade. Sie ist aber keine Auswahlrunde zur internationalen Informatikolympiade sondern von dieser unabhängig. Da zu beiden Olympiaden 4 Teilnehmer pro Land zugelassen werden, ist die Qualifikation für beide Olympiaden gleich schwer. Die Medaillen sind bei der CEOI den Erfahrungen nach sogar deutlich schwerer zu erreichen als bei der IOI, da die Konkurrenz dort im Durchschnitt stärker ist und die Medaillen ja aufgrund der relativen Plazierung vergeben werden.

Ich selbst habe an der CEOI 1998 in Zadar (Kroatien), der CEOI 1999 in Brünn (Tschechien) und an der IOI 1999 in Antalya (Türkei) teilgenommen. Bei der CEOI 1998 verpasste ich leider die Medaillen ganz knapp, nämlich um einen Platz oder 2 Punkte. Dies war um so ärgerlicher, weil ich durch einen winzigen Fehler in einem Programm ganze 36 Punkte eingebüßt hatte. Bei der CEOI 1999 hatte ich dagegen Glück und bekam den letzten Silbermedaillenplatz. Bei der IOI 1999 landete ich irgendwo ungefähr in der Mitte der Silbermedaillen. 1998 war ausnahmsweise das letzte Auswahlseminar erst nach der CEOI. Da ich sowohl bei der CEOI als auch beim letzten Auswahlseminar etwas schlechter abschnitt als der zuvor Fünftplazierte (1998 hatten die beiden Erstplazierten Deutschen ausnahmsweise nicht an der CEOI teilgenommen), rutschte ich auf den 5. Platz und durfte somit leider nicht mehr zur IOI. Bei der CEOI 2001 war ich Deputy Team Leader, bei der CEOI 2002 Team Leader Deutschlands, und bei der CEOI 2003 (in Münster in Nordrhein-Westfalen) war ich Mitglied des wissenschaftlichen Komittees.

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